PATRIZIERHAUS WEBERGASSE 1
Architektur des Hauses
Das aus Erdgeschoß und zwei Obergeschossen bestehende Gebäude mit einem steilen Satteldach und Katzenstufen auf dem Brandmauergiebel verkörpert den Typus des vornehmen Bürgerhauses, das sich gegenüber den einfacheren Handwerkerhäusern im Inneren durch größere Räumen, eine repräsentative Eingangshalle und aufwendige Deckengestaltungen auszeichnet. Die schlichte, klargegliederte Fassade mit ihren profilierten Fenstergewänden aus Sandstein wird von einem rundbogigen Sitznischenportal im Stil der älteren Renaissance dominiert. Darüber befindet sich ein ovales Oberlichtfenster mit der Jahreszahl 1587 (vgl. Abb.).


Durch die mit breiten schmiedeeisernen Bändern versehene Holztür, bestehend aus einem separat zu öffnenden oberen und unteren Türflügel, gelangt man in die Eingangshalle mit Kreuzgratgewölbe, offenem Kamin und Durchgang zu Terrasse und Garten.

Von der Eingangshalle führen Rundbogenportale mit profilierten Sandsteingewänden in zwei kleinere Räume mit Kreuzgratgewölben links und in einen großen saalartigen Raum rechts, der unter einer bemalten Holzbalkendecke eine zweite _ im 17. Jahrhundert hinzugefügte _ Leinwanddecke enthält. Diese ist singulär in Sachsen und besteht aus zwölf Feldern, die die Darstellung der zwölf Monate in spätbarocker allegorischer Manier enthalten (davon sind noch neun Felder erhalten).

Allegorie des Monats Mai
Die als Galerie genutzten Räume im ersten Obergeschoß sind durch Bogensysteme und Konsolsteine an den Wänden gegliedert und weisen im Renaissancestil farbig bemalte Holzbalkendecken auf.



Einige Räume wie die zur Webergasse gelegene ehemalige Schreibstube sind mit Wandmalereien versehen.